Wie bekomme ich die aktuelle Firmware in den Router?
Diese Anleitung ist als Ergänzung zu den Ausführungen in den Handbüchern und den Release-Notes von Draytek zu verstehen.
Die von Draytek bzw. den Distributoren erstellten Anleitungen sollten also auf jeden Fall gelesen (und verstanden) werden!
Wichtig:
Bei allen Aktionen, die die Firmware betreffen, keine Tools laufen lassen, die zyklisch auf das Webinterface oder Telnet des Routers zugreifen (Barrmon, SNMP View, o.ä.)!
Solche Tools sollten übrigens immer deaktiviert sein, wenn man Firmware-Upgrades, Reboots, Konfigurationsänderungen und Sichern der Router-Konfiguration (auch und gerade per Webinterface) macht.
Es gibt zwar meist keine Probleme, wenn diese Tools parallel zu den vorgenannten Aktionen laufen zu lassen - allerdings ist dieser parallele Zugriff auf den Router schon eine mögliche und vermeidbare Fehlerquelle.
Unterschiede zwischen den verschiedenen Dateiformaten
Es gibt hier unterschiedliche Dateien, die für die verschiedenen Update-Varianten relevant sind.
*.bin - binary file (die eigentliche Firmware, sozusagen das "Betriebsprogramm" des Routers)
*.web - web configuration (das Webinterface des Routers)
*.all - bin + web
*.cfg - factory default value (Standardeinstellungen des Routers)
*.rst - all + cfg
*.bak - Backup Datei (Sicherungsdatei der Routereinstellungen)
*.exe - automatische Updatedatei für Windows (enthält bin + web) - kann erst verwendet werden, wenn die alte und "upzudatende" Firmware mindestens 1.07 ist!
*.hqx - automatische Updatedatei für MacOS9 (enthält bin + web) - kann erst verwendet werden, wenn die alte und "upzudatende" Firmware mindestens 1.07 ist!
Empfehlung von Draytek Taiwan:
Vigor2000:
Erst *.bin und dann *.web updaten (entsprechend der Anleitung)
(Anmerkung von mir: alternativ das Auto-Update verwenden)
Vigor2200 Serie:
Es werden nur *.all und *.rst Dateien zum Update empfohlen/geliefert.
(Anmerkung von mir: alternativ das Auto-Update verwenden)
Es sollte aber vor jedem Update unbedingt in den Release Notes der neuen Firmware nachgeschaut werden, ob für das Update bestimmte Vorgehensweisen empfohlen werden!
Allgemeine Empfehlungen bei Problemen:
Die Firmware-Daten sollten zum Update am Besten ins Root-Verzeichnis eines Laufwerks gelegt werden. Das Firmware Upgrade Utility scheinen Probleme mit längeren Pfadangaben zu haben.
Meist reicht es aber bei Problemen mit der neuen Firmware die einzelnen Einstellungsfenster im Webinterface aufzurufen und jeweils mit "OK" neu speichern zu lassen.
Spätestens bei größeren (Stabilitäts-)Problemen mit der aktualisierten Firmware empfielt es sich eventuell die *.rst-Datei upzudaten um eventuelle "Variablen-Leichen" sicher entfernen zu können.
Die mit Sicherheit einfachste Möglichkeit, um die Firmware auf den neuesten Stand zu bringen, sind für Windows-Nutzer (*.exe) und MacOS9-Nutzer (*.hqx) die ausführbaren Dateien zum Routerupdate.
Diese Dateien werden einfach im einem Rechner, der am Router hängt, gestartet und nach einiger Zeit und einem automatischen Router-Reboot ist die aktuelle Firmware im Router.
Diese Art den Router upzudaten wurde mit Firmware 1.07 eingeführt. Es können also alle Router, die mindestens über Firmware 1.07 verfügen, auf diese Art aktualisiert werden.
Dieses Autoupdate entspricht vom Inhalt her der *.all-Datei. Es werden also keine Konfigurationen überschrieben oder verändert.
Das Autoupdate funktioniert meist problemlos und wenn in den Release Notes nichts Gegenteiliges empfohlen wird, sollte man diesen Weg auf jeden Fall zuerst versuchen.
Das Firmware Upgrade Utility ermöglicht das Update der Firmware über den im Vigor eingebauten TFTP-Server.
Die Vorgehensweise ist in den Handbüchern ausführlich beschrieben und ich beschränke mich hier nur auf die Besonderheiten.
Der TFTP-Server des Vigor muss auf jeden Fall vor dem Update über das Firmware Upgrade Utility aktiviert werden.
Es gibt nun zwei Möglichkeiten dies zu tun:
1. Aktivieren des TFTP-Servers über Browserinterface
Diese Vorgehensweise den TFTP-Server zu aktivieren ist im Handbuch beschrieben und funktioniert auch meist problemlos.
Im Hauptmenü des Webinterface wird im Bereich "System Management" der Link "Firmware Upgrade (TFTP Server)" angewählt und nach Bestätigung einer Sicherheitsabfrage ist der TFTP-Server aktiv und das Update über das Firmware Upgrade Utility kann erfolgen.
Sollte es hierbei Probleme geben (eventuelle Timeouts beim Update) oder der TFTP-Server startet nicht (zu erkennen z.B. daran, dass beim 2200X die beiden linken LEDs nicht synchron blinken), sollte man versuchen, den TFTP-Server über Telnet zu aktivieren.
2. Aktivieren des TFTP-Servers über Telnet
Zum Aktivieren des TFTP-Servers über Telnet öffnet man mit einem beliebigen Telnet-Programm (z.B. unter Windows in einer Dosbox "telnet 192.168.1.1" eingeben, wenn die Router-IP 192.168.1.1 ist) und startet von dort den TFTP-Server.
Firmware ab 1.07: Eingabe von "sys tftpd"
Firmware 1.06 und älter: Eingabe von "sys fwup"
Anschliessend kann über das Firmware Upgrade Utility die aktuelle Firmware aufgespielt werden.
3. Aktivieren des TFTP-Servers über die "Not"-Upgrade-Funktion
Wenn man den Firmware-Upgrade-Modus weder über das Webinterface noch über telnet aktivieren kann, hilft eine Notfunktion bei allen Routern mir RESET-Taste. Die betrifft zur Zeit alle Router, die keinen Zugriff über Konsole-Kable ermöglichen - also alle, ausser dem Vigor 2000.
Um den Router in den Upgrade-Modus zu versetzen, schaltet man den Router aus und mit gedrückt gehaltener RESET-Taste wieder ein. Der Router ist dann direkt im Firmware-Upgrade-Modus (ACT- und LINK-LED blinken synchron) und man kann mit dem Firmware-Upgrade-Utility direkt die Firmware neu aufspielen (als Router-IP dann die 192.168.1.1 eingeben)
Firmware-Update über TFTP-Client unter Linux (oder anderen Betriebssystemen)
Für das Firmware-Update unter Linux gibt es kein fertiges Tool oder Autoupdate-File von Draytek. Es ist allerdings auch direkt unter Linux möglich, die Firmware des Routers upzudaten.
Hierzu bedient man sich eines in den meisten Distributionen enthaltenen tftp-Clients.
Das Update funktioniert dann folgendermaßen:
Aktivieren des tftp-Servers im Router (entweder über Webinterface oder per Telnet, s.o.)
Übertragen der Firmwaredatei (all, rst, bin, web) an den Router mit folgender Befehlszeile:
ATFTP -p -l {Firmwaredatei} {IP-Adresse des Vigor}
oder mit dem mittels Kommandoprompt gesteuerten TFTP-Client:
Die Firmware Datei sollte/muss sich im home-Verzeichnis (/home/user) befinden.
Dieses Vorgehen sollte mit jedem Betriebssystem funktioniere, für das es tftp-clients gibt. Entscheidend ist, dass die Datei im Binärmodus übertragen wird!
Ein Herunterladen der Firmware ist mit dem tftp-Client nicht möglich.
Update über das Konsole-Kabel (nur beim Vigor 2000)
Der Vigor 2000 bietet über sein Konsole-Kabel noch die Möglichkeit über die RS232-Schnittstelle des Rechner direkt mit dem Router in Verbindung zu treten und auch die Firmware upzudaten.
Dieser Weg ist ausführlich in den Handbüchern beschrieben und wird dann erforderlich, wenn die anderen Möglichkeiten den Router upzudaten fehlschlagen sollten bzw. der Router nicht mehr ansprechbar sein sollte.
Gelegentlich kommt es vor, dass User Probleme mit dem Update der Firmware haben. Im Laufe der Zeit haben sich einige Regeln herauskristallisiert, die man für ein Update beachten sollte/muss.
Grundsätzlich ist das Update über ein Autoupdate-Tool einfacher - hingegen ist das Update über die Routertools flexibler, da hier verschiedene Updatevarianten möglich sind (s.o. Unterschiede zwischen den verschiedenen Dateiformaten).
Ein Update der Firmware mit dem Autoupdate-Tool entspricht einem Update per Routertools mit der *.all-Datei.
Bei Stabilitätsproblemen des Routers und Problemen mit einer Firmwareversion, die von anderen Usern nicht nachvollzogen werden kann (also keinem echten Fehler in der Firmware), hilft häufig ein Update der Firmware mit der *.rst-Datei (alle Einstellungen werden dabei zurückgesetzt) und Neueingabe der Konfiguration.
Die Rücksicherung einer älteren Konfiguration ist zwar möglich (und kann auch probiert werden), aber wenn nach der Konfigurationsrücksicherung immer noch Probleme bestehen, sollten die Daten auf jeden Fall nach einem erneuten Update mit der *.rst-Datei per Hand neu eingegeben werden!
Hinweise in den Release-Notes, dass bei Updates von Version X auf Version Y das Update per *.rst-Datei erfolgen soll, sind unbedingt zu beachten - ansonsten sind Probleme vorprogrammiert (auch wenn der Router eventuell zu laufen scheint). In so einem Update-Fall sollte man auch die Rücksicherung einer alten Konfiguration tunlichst unterlassen.
Der updatende Rechner muss direkt am Router hängen (keinen zwischengeschalteten Switch oder Hub). Es kann zwar auch funktionieren, wenn ein Switch oder Hub zwischengeschaltet ist, häufig kommt es aber in solchen Fällen zu einem Timeout beim Update.
Ein Update über die Wireless-Verbindung ist nicht möglich (das steht zwar auch im Handbuch - aber ich führe es hier trotzdem noch mal auf)
Aktivierte Personal Firewalls machen sehr häufig Probleme bei Firmware-Updates (gelegentlich auch bei der Routerkonfiguration!). Solche Software sollte also für das Update des Routers gegebenenfalls deaktiviert werden.
Es hat Fälle gegeben, dass Variablenreste aus älteren Firmwares oder bestimmte Konfigurationseinstellungen in der aktuellen Routerkonfiguration ein Update verhindert haben. In diesen Fällen kann es helfen, den Router vor dem Update auf Werkseinstellungen zurücksetzen und dann anschliessend das Update zu machen
Es hat in einem Fall der hartnäckigen Weigerung des Routers, eine neue Firmware anzunehmen, auch geholfen, das DSL-Modem für den Update-Vorgang vom Router abzuziehen.
Gerade wenn man viele Einstellungen in der Firewall, den Open-Ports und eventuellen Lan2Lan- oder VPN-Konfigurationen gemacht hat, möchte man sich sicherlich seine Konfigurationen sichern um bei einem eventuell erforderlichen "harten Reset", bei dem alle Einstellungen verloren gehen, seinen Einstellungen einfach wieder auf den Router übertragen zu können.
Auch vor (und nach) einem Firmware-Update sollte man sich eine Sicherung der Konfiguration anlegen um bei Problemen zumindest den alten Stand schnell wieder herstellen zu können.
Es sollte aber beachtet und bedacht werden, dass gerade bei einem Downgrade der Firmware eventuell Probleme mit der Konfigurationsdatei einer späteren Firmware auftauchen können, wenn sich z.B. Variablen im Router geändert haben sollten oder vorher eine fehlerhafte Firmware auf dem Router war.
Ich empfehle daher zumindest bei Problemen nach einem Up- oder Downgrade der Firmware, die Konfiguration per Hand einzutragen.
Das Rücksichern einer Konfiguration, die mit der selben Firmware gesichert wurde, dürfte allerdings immer problemlos sein.
1. Sicherung der Konfiguration über das Webinterface:
Seit der Firmware 2.0 ist es direkt vom Webinterface aus möglich, die aktuelle Konfiguration zu sichern und auch zurückzuschreiben.
Dies erleichtert das Testen von Einstellungen oder Firmware-Versionen ungemein.
Den entsprechenden Menüpunkt findet man auf dem Startscreen des Webinterface in dem Block "System Management" unter "Configuration Backup / Restoration".
2. Sicherung der Konfiguration über die Router-Tools:
Eigentlich sollte es ganz einfach sein:
Firmware Upgrade Utility starten - Sichern der Konfigurationsdatein auswählen - Dateinamen angeben und dann starten des Downloads der Daten.
Aber das wäre ja zu einfach ;-)
Es ist bei der Vergabe des Dateinamens für die Sicherung der Einstellungen elementar, den richtigen Dateinamen für die Sicherungsdatei anzugeben.
Am Besten geht man wie folgt vor:
Mit dem Telnet-Tool(!) mit dem Router verbinden und einloggen
Menü "Option" -> "Download Configuration"
dann Dateiname in der Form v2k#****.bak eingeben, wobei:
# = Routertyp (2 = Vigor 2200-Reihe, 0 = Vigor 2000)
**** = Firmware-Versionsnummer
also z. B. v2k20107.bak bei Firmware 1.07
Für die Rücksicherung der Konfigurationsdateien über die Router-Tools sollte die Sicherungsdatei dann vorher von *.bak in *.cfg umbenannt werden!